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By Simone Scherger

Destandardisierung, Differenzierung, Individualisierung – dies sind drei wichtige der zahlreichen Diagnosen, die beschreiben sollen, wie sich die Lebensläufe von Männern und Frauen in den letzten Jahrzehnten verändert haben. Simone Scherger nimmt diese drei Stichworte auf und untersucht ihren theoretischen und empirischen Gehalt. Auf der Grundlage einer Diskussion der Begriffe und ihrer theoretischen Implikationen nimmt sie mittels des Sozio-Ökonomischen Panels einen umfassenden Kohortenvergleich des Timings von Lebenslauf-Übergängen vor. Im Ergebnis erscheint die dramatisierende Annahme, dass sich die bisherigen Zeitstrukturen von Lebensläufen auflösen, unangemessen. Nur für einige der betrachteten Übergänge kann tatsächlich von Destandardisierungsprozessen gesprochen werden. Diese verlaufen allerdings nach bestimmten Mustern, wie die vorgestellten Analysen zeigen.

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H. der eigenständigen, vom Subjekt produzierten Eigen- und Fremderwartungen, mit solchen „heteronomer biographischer Produktion“, welche für die Einpassung des Individuums und seines Lebenslaufs in institutionelle Regelsysteme sorgen (Fischer 1982/1986: 157). Biographieforschung kann genauer als jeder quantitative Ansatz beschreiben, wie normative Regelungen mit Leben gefüllt oder nicht gefüllt werden. Dieses Interesse beschränkt sich nicht darauf, Korrelate institutioneller Regelungen aufzufinden – es geht um den Eigensinn der biographischen Geschichten, die eine eigene Dynamik entfalten, welche auf Strukturen zurückwirken kann.

Die Offenheit des Entwurfs gründet in einer Subjektivität, die „auf Weiterentwicklung drängt“ (Kohli 1985: 21). Und genau diese Subjektivität sei es auch, die Individualisierungsprozesse in Gang bringt, indem sie wiederum das Abweichen vom institutionalisierten Lebenslauf befördert – es handelt sich „um eine verzeitlichte Individualität mit entwicklungsgeschichtlicher Dynamik […], die gerade durch diese Dynamik gegen das chronologische Korsett drückt, in das sie durch das institutionelle Programm des modernen Lebenslaufs eingebunden ist“ (Kohli 1985: 21).

Leider würde es zu weit führen, seine Position hier im Einzelnen zu erläutern und auf die Lebenslauf-Thematik zu übertragen, weswegen ich mich auf die oben nur angedeuteten klassischen Referenzen beschränke. Dies ist durchaus auch die Auffassung Becks (1983/1994: 46): Wenn er den Arbeitsmarkt als „Motor der Individualisierung“ ausmacht, sieht er den Impuls zur Veränderung tatsächlich auf struktureller Ebene – ein Umstand, den viele seiner Kritiker übersehen. Keineswegs ist es so, dass bei ihm mit Individualisierungsprozessen strukturelle Wirkungen (z.

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